Vorwort der Branddirektion Frankfurt a. M.

Karl-Heinz Frank

Die vielfältige Schutzfunktion unserer heimischen Wälder rückt wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein – wenig verwunderlich, wird sie bereits in den letzten Jahren durch zunehmende Waldbrände und ein weiterhin steigendes Waldbrandrisiko durch höhere Temperaturen und sinkende Niederschläge außerhalb der Wintermonate spürbar angegriffen.

Ganzheitlich gedachter Waldbrandschutz wäre zweifelsohne der wirksamste, aber ist das überhaupt ein realistisches Ziel für die Fläche in Deutschland? Schaut man in die Ausbildungspläne der beteiligten Disziplinen – vorrangig Forst und Feuerwehr – wird schnell deutlich, dass es nicht nur erheblichen intradisziplinären Bedarf an Vertiefung in den breit gefächerten Themen der Vorbeugung und operativen Vorbereitung, sondern gerade auch an wechselseitigem Aufgabenverständnis gibt. Eine akkreditierte interdisziplinäre Ausbildung im integrierten Waldbrandmanagement wäre auch in Deutschland wünschenswert, ist jedoch nicht in Sicht. Die Verantwortung für den präventiven Waldbrandschutz liegt in den Händen einer sehr heterogenen Waldeigentümerschaft, für den operativen Waldbrandschutz bei rund 24.000 Freiwilligen und 114 Berufsfeuerwehren in kommunaler Trägerschaft, ergänzt um weitere Akteure der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr bei sehr unterschiedlicher, geografisch bedingter Ereignishäufigkeit und damit empirisch gewachsener Erfahrung. Der Bedarf an harmonisierter, übergreifender Aus- und Fortbildung ist signifikant.

Das digitale Nachschlagewerk zum Thema ist hervorragend geeignet, sowohl Forst- als auch Feuerwehrverantwortlichen ein gezieltes Angebot zur individuellen Wissensvermittlung und ‑ergänzung, insbesondere auch im jeweils anderen Aufgabenbereich, an die Hand zu geben.

Es vermittelt verständliche und praxisorientierte Einblicke in die unterschiedlichsten Themenfelder rund um den Waldbrandschutz aus unterschiedlichen Perspektiven und bildet damit eine wertvolle Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten am zunehmend bedeutsamer werdenden Thema.

Mein besonderer Dank gilt meinem Kollegen Michael Müller für seinen unermüdlichen Einsatz, sein Durchhaltevermögen und Koordinierungsgeschick all die Jahre, um dieses sehr beachtliche Projekt trotz aller Herausforderungen – und derer gab es viele – erfolgreich abzuschließen. Auch den Co- Autoren und Unterstützern, die durch ihre wichtigen Beiträge zum Gelingen beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Iucundi acti labores!

 

Karl-Heinz Frank
Direktor der Branddirektion
in Frankfurt am Main